Wie viele Tandem-Partner brauchst du wirklich?

Jede Woche in den Sprachkurs rennen, mit Leuten über Banales reden und keine Beziehung zu dem Land deiner Lernsprache und dessen Bewohner aufbauen? Langweiliger geht es gar nicht, oder? Tandem-Partner können hierbei Abhilfe schaffen und dir zeigen, wie viel Spaß es macht, neue Leute kennen zu lernen und gleichzeitig besser in deiner Lernsprache zu werden.

Aber was ist ein Tandem-Partner überhaupt?

Wenn du schon länger eine Sprache lernst oder des öfteren bei Lernplan oder Sprachenlust vorbei geschaut hast, wirst du darauf eine Antwort haben. Für alle anderen Folgendes:

Ein Tandem-Partner ist eine Person, mit der du deine Lernsprache üben kannst.

Etwas genauer sieht es dann so aus: Ein Tandem läuft nur perfekt, wenn ihr euch gegenseitig helfen könnt und euch beim Lernen unterstützt. Das bedeutet, dass dein Tandem-Partner idealerweise die Sprache lernt, die du als deine Muttersprache zählst, und dass du die Sprache lernst, die dein Tandem-Partner als Muttersprache hat.

Hier hast du ein Beispiel für ein Deutsch-Französisch-Tandem:

Wie funktioniert ein Tandem?

Je nachdem wo ihr euch gerade befindet, kann das Tandem-Gespräch persönlich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen sein oder eben über Skype oder Google Hangouts bequem von zuhause aus.

Genauso wie wenn du dich mit Freunden verabredest, machst du das auch mit deinen Tandem-Partnern. Ihr trefft euch und sprecht die Hälfte der Zeit in deiner Lernsprache und die andere Hälfte der Zeit in seiner Lernsprache.

Wenn ihr euch also immer eine Stunde trefft, redet ihr 30 Minuten erst in der einen und dann 30 Minuten in der anderen Sprache, um auch beide etwas aus dem Gespräch zu ziehen.

Aus eigener Erfahrung möchte ich dir hier aber noch einen Tipp geben:

Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass ihr euch verquatscht und statt einer auf einmal drei Stunden im Café um die Ecke setzt. Das ist auch alles halb so wild. Problematisch wird es erst, wenn du deine Zeit nie genau planen kannst.

Klärt deswegen bereits beim ersten Gespräch ab, wie es in Zukunft laufen soll. Das heißt, dass ihr euch absprecht, wie lang euer Tandem-Gespräch normalerweise dauert und wie oft ihr euch trefft. Außerdem ist es ratsam zu klären, ob ihr jede Woche den gleichen Tag und die gleiche Uhrzeit wählt oder das von Treffen zu Treffen wieder neu entscheidet.

Nur so kannst du auch wirklich deine Zeit planen, deine Termine festlegen und die Zeit im Kalender blocken. Und natürlich weißt du auch, wie lange du dich jeweils in deiner Lernsprache und in deiner Muttersprache unterhältst.

Trotzdem bleibt noch die große Frage…

Wie viele Tandem-Partner brauchst du wirklich?

Das ist eine schwierige Frage, die von mehreren Konditionen abhängt. Denn nicht jeder möchte sich durchweg mit anderen Lernern unterhalten oder hat durchweg die Zeit zur Verfügung. Deswegen ist es ratsam, wenn du dir schon vorher Gedanken über folgende Punkte machst:

#1 Wie viel Zeit hast du zur Verfügung?

Die verfügbare Zeit ist wohl einer der wichtigsten Punkte, denn ohne Zeit kannst du auch keine Tandem-Gespräche führen. Deswegen überlege dir vorher, wie viel Zeit du in der Woche zur Verfügung hast und mache davon abhängig, wie viel Tandem-Partner du möchtest.

Vielleicht ist es so, dass du von Montag bis Freitag den ganzen Tag arbeitest, abends lieber entspannen möchtest und dir somit eigentlich nur das Wochenende zur Verfügung steht. Wenn du dagegen nur halbtags arbeitest, hast du möglicherweise etwas mehr Zeit, um Tandem-Gespräche zu führen.

Am Anfang ist es ratsam, mit einem oder zwei Gesprächen pro Woche anzufangen und zu schauen, wie es funktioniert. Wenn du dann merkst, dass du noch Kapazitäten frei hast, kannst du für die nächste Woche auch mehr ausmachen!

#2 Zu welchen Tageszeiten hast du normalerweise Zeit?

Das ist auch wieder ein wichtiger Punkt, denn die Zeitverschiebung spielt gerade dann eine Rolle, wenn du Tandem-Partner hast, die auf der ganzen Welt verteilt sind.

Achte deshalb darauf, wann du überhaupt Zeit hast, eine Sprache zu lernen und suche dir anschließend so die Tandem-Partner. In Europa ist es mit der Zeitverschiebung nicht sehr problematisch, aber gerade wenn du einen Tandem-Partner in Südamerika oder Australien hast, kann es durchaus Probleme geben. Also: Behalte auch das im Blick!

Ein Tandem-Gespräch bei einer Tasse Kaffee um die Ecke zu führen ist dagegen einfacher. Du musst nicht auf die Zeitverschiebung achten und kannst dabei noch ein leckeres Stück Kuchen genießen.

#3 Möchtest du lieber persönlich bei einem Kaffee oder über Skype oder Google Hangouts dein Tandem-Gespräch führen?

Etwas grundlegendes, was du für dich entscheiden musst, ist die Kontaktart, die du haben möchtest. Wenn du strikt dagegen bist, Skype oder Google Hangouts für Tandem-Gespräche zu nutzen, kannst du das von vornherein ausschließen. Aber auch wenn du am Anfang skeptisch bist, lohnt es sich, alles mal auszuprobieren. Vielleicht passt es ja doch!

Schließlich hat alles Vor- und Nachteile, die du mit dir ausmachen und abwägen musst. Oder die du eben einfach ausprobieren musst!

Für mich ist es die perfekte Mischung aus beidem. Ich habe Tandem-Partner, mit denen ich mich über Skype regelmäßig unterhalte, aber ich habe auch Tandem-Partner, mit denen ich mich jede Woche auf einen Kaffee in einem schönen Café treffe. Gerade dieser Mix macht es für mich besonders und es macht einfach Spaß eine Sprache zu lernen!

#4 Wie viele Sprachen lernst du?

Auch die Anzahl der Sprachen ist wichtig, wenn es darum geht, wie viele Tandem-Partner du benötigst. Wenn du nur eine Sprache lernst, reichen dir vielleicht ein oder zwei Tandem-Partner (abhängig von deiner Zeit, die du zur Verfügung hast). Wenn du aber dagegen zwei oder drei Sprachen lernst, solltest du dir für jede Sprache mindestens einen Partner suchen, um auch in allen Lernsprachen besser zu werden.

Wie du siehst, gibt es keine richtige Antwort auf die Frage. Du musst mit dir selbst ausmachen, wie viel Zeit du hast und wie viel Zeit du in Tandem-Gespräche investieren möchtest. Aber natürlich auch wie viele Sprachen du lernst.

Probiere es mit einer Sprache und einem Tandem-Partner aus und schau, wie es läuft. Aber auch wenn du beim ersten Tandem-Partner merkst, dass ihr nicht auf einer Wellenlänge liegt, heißt es für dich, nicht aufzugeben. Such weiter und du wirst mit Sicherheit fündig werden. (Kleiner Tipp zum Ende: Lies auch diesen Artikel bei Sprachenlust, um zu erfahren, wo du Tandem-Partner am besten findest!)

Wie viele Tandem-Partner hast du und wie oft führt ihr ein Tandem-Gespräch?

P.S. Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn mit deinen Freunden und Bekannten!

©Titelbild: Pixabay.com (bearbeitet)

Schreibe einen Kommentar

Folge mir auf Facebook!schliessen
oeffnen